Der zweitgrößte Stamm Kenyas sind die Luo, die sich vor allem in der Nähe des Viktoria - Sees
in den Distrikten South und North Nyanza angesiedelt haben und dort von Fischfang und Landwirtschaft leben. Auch
aus ihren Reihen sind viele bedeutende Politiker hervorgegangen.
Früher lebten die Luo als halbnomadisierende Viehhirten, doch wegen ihres starken
Bevölkerungszuwachses wanderten sie ins Hochland und ließen sich dort als Bauern und Fischer nieder.
Hatte für sie ursprünglich Landbesitz keinen besonders hohen Wert, änderte sich das mit der
Seßhaftigkeit. Land war das gemeinsame Eigentum des Volkes und sicherte die soziale Stellung jedes
Einzelnen. Die Zuteilung der Felder entschied der Ältestenrat nach den Bedürfnissen und der
Größe einer Familie. Das Volk der Luo hat so berühmte Persönlichkeiten wie Tom Mboya
und Oginga Odinga hervorgebracht. Odinga, Oppositionsführer und Verfechter der Demokratie, starb im Januar
1993. Neben ihren politischen Aktivitäten sind die Luo jedoch vor allem als besonders geschickte Fischer
bekannt. Im Winam - Golf und an den Ufern des Viktoria Sees fangen sie mit Schwebenetzen oder Angeln den
Tilapia.
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