Irland - Eire Ireland
meine Jahresarbeit, geschrieben in Klasse 12
der Freien Waldorfschule
Jena [1999/2000]
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Unabhängigkeit
Daniel O`Connell gründete nach 1831 eine Massenbewegung, deren Ziel es war, die Aufhebung des "Act
of Union" aus dem Jahr 1800 mit verfassungsmäßigen Mitteln zu erzwingen. Er erreichte sein Ziel
nicht, und dies lag auch an der Armut seiner katholischen Gefolgsleute.
Trotz des Scheiterns der Bewegung war das Bewußtsein für die nationale Sache stark geblieben. Ende
der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts formierte sich eine Gruppe unter dem Namen "Junges Irland" mit
protestantischen Führern wie William Smith O`Brien, John Mitchel und Thomas Davis. Sie entwickelten die
Ziele der "United Irishmen" weiter und versuchten 1848, unter dem Eindruck nationalistischer
Bewegungen im übrigen Europa, einen erneuten Aufstand.
1856 gründeten ehemalige Teilnehmer des Aufstandes von 1848 in Irland und den Vereinigten Staaten die
"Irish Republican Brotherhood" (auch bekannt unter dem Namen "Fenier"). Die
"IRB" war ein eidgebundener Geheimbund, der in der Überzeugung lebte, die irische
Unabhängigkeit sei nur Waffengewalt zu erreichen. Trotz des Scheiterns eines 1867 unternommenen
Aufstandes konnten die "IRB" bis ins 20. Jahrhundert hinein überleben und spielte beim
Osteraufstand des Jahres 1916 eine entscheidende Rolle.
Michael Davitt, ein ehemaliger "Fenier", gründete 1879 die "Landliga". Diese entwickelte
sich zu einer Massenbewegung und erhielt im Parlament große Unterstützung von den irischen
politischen Führern. Finanzielle Hilfe kam darüber hinaus von den amerikanischen Iren.
1903 wurden die Bauern durch den "Wyndham`s Act" Eigentümer des von ihnen bestellten
Landes.
Während Charles Stewart Parnells (1846-1891) Parteivorsitzes wurde im britischen Unterhaus der erste Entwurf
zu einem "Home Rule"-Gesetz eingebracht, der aber an der Ablehnung durch die Lords
scheiterte.
Als 1912 ein dritter Entwurf zu einem "Home Rule"-Gesetz im britischen Unterhaus verabschiedet wurde,
gründete Sir Edward Carson, unterstützt von den britischen Konservativen und den Unionisten und mit
Hilfe von in Deutschland gelagerten Waffen die militärische "Ulster Volunteer Force", um, wenn
nötig, die "Home Rule" mit Waffengewalt zu verhindern. Unter dem Szenario der "Home
Rule" fürchteten sie, würde "Protestant culture" gegen die Mehrheit der "Catholic
nationalists" verlieren.
Im Jahre 1913 wurden die "Irish Volunteers" im direkten Gegenzug zur Gründung der "Ulster
Volunteer Force" ins Leben gerufen. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, verkündete man im
"House of Commons", daß die "Volunteers" und die "UVF" sich
zusammenschließen würden, um Irland gegen eine Invasion zu verteidigen. Mit der Frage der
"Home Rule" nun bis nach dem Krieg verschoben, spalteten sich die "Irish Volunteers" in zwei
Lager. Die Mehrheit trat dem britischen Kriegsbemühen bei, in der Hoffnung die "Home Rule" zu
erlangen, während eine Minderheit, von dem "IRB" dominiert, zu Hause blieb, um eine bewaffnete
Rebellion zu organisieren.
Ein großer Teil der Mitglieder der "Irish Volunteers", organisierte unter der Führung von
Padraic Pearse und der gewerkschaftlichen "Citizen Army" einen bewaffneten Aufstand. Am Ostermontag
1916 wagt eine Handvoll irischer Freiheitskämpfer in Dublin den Aufstand, der das ganze Land erfassen sollte.
Aber schlecht organisiert und ausgerüstet mißlang die Rebellion nach einer Woche heftigen
Kämpfens, vor allem um das G.P.O. - das Hauptpostamt in Baile Átha Cliath - der irische Name
Dublins.
Die Anführer der Aufstandes von 1916 wurden nach ihrer Kapitulation am 3. Mai hingerichtet. 4000 weitere
Unabhängigkeitskämpfer wurden inhaftiert, darunter auch Michael Collins, Éamon de Valera und
Harry Boland.
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Mit den menschenverachtenden Exekutionen der Anführer dieses Aufstandes, verfestigte sich der irische
Wunsch nach einer vollständigen Unabhängigkeit von Großbritannien immer stärker. Die
Menschen fühlten sich zunehmend von den Briten enttäuscht. Denn trotz dem gezeigten irischen
Loyalismus zu Krone und Empire (allein am ersten Tag der Sommer-Offensive (1. Weltkrieg) starben rund 2500
irische Soldaten auf dem Schlachtfeld) kamen aus London keine positiven Zeichen für eine
Unabhängigkeit Irlands. Das einzige, was die Engländer zuließen, war, daß sie 560 irische
Unabhängigkeitskämpfer an Weihnachten des selben Jahres freiließen, darunter befanden auch
sich Arthur Griffith und Michael Collins.
Im Dezember 1918, also nur kurz nach dem Waffenstillstand auf dem Kontinent, wurde eine allgemeine Wahl zum
britischen Unterhaus durchgeführt und "Sinn Féin", die Partei, die auf der völligen
Loslösung von Großbritannien bestand, gewann 73 der 105 für Irland vorgesehenen Sitze. Die
Unionisten, also die Befürworter eines Verbleibs beim Vereinigten Königreich, errangen lediglich 26
Mandate. "Sinn Féin" weigerte sich allerdings diese Mandate im Londoner Unterhaus zu
Westminster anzunehmen und konstituierte ein eigenes Parlament mit eigenen Repräsentanten in Dublin;
das "Dáil Eireann". Die neue Versammlung traf sich zum ersten Mal am 21. Januar 1919 und
verkündete hierbei - erneut - die Unabhängigkeit. Allerdings waren nur 27 Mandatsträger anwesend,
42 saßen in britischen Gefängnissen, waren krank oder auf der Flucht. Die anderen Fehlenden waren
politisch anderer Meinung als "Sinn Féin". Aus den Reihen dieser Rumpffraktion wurde als
Regierungschef auf Zeit Cathal Brugha gewählt. Die britische Verwaltung erklärte das Parlament für
illegal und zwang es somit, in den Untergrund zu gehen.
Am selben Tag, als das erste Dáil zusammentrat, begann der bewaffnete Kampf - ein Überfall auf einen
Sprengstofftransport im Süden des Landes, bei dem zwei Polizisten getötet wurden. Dies wurde somit
zum Beginn des Unabhängigkeitskrieges von Großbritannien, in Form eines Guerilliakrieges, der dann bis
zum Juli 1921 dauern sollte.
An der zweiten Sitzung des Dáil am 1. April 1919 nahmen bereits 52 Mandatsträger teil; hier wurde
Eamon de Valera einstimmig zu deren Präsidenten gewählt. Die militärischen Aktionen der
provisorischen Regierung standen unter der Leitung von Cathal Brugha und Michael Collins.
Die IRA war 1919 kaum gegründet (damals war ganz Irland noch von den Briten besetzt), da war sie auch
schon fast am Ende. Sie war von britischen Spitzeln durchsetzt, der Geheimdienst der Besatzungsmacht
wußte über jeden Schritt der Rebellen Bescheid, und eine große Verhaftungswelle stand bevor.
Damals entschloß sich Michael Collins, der Beauftragte für Gegenaufklärung der IRA, zu neuen
Methoden. Er stellte ein Mordkommando zusammen, ließ die Spitzel erschießen, Attentate auf britische
Polizisten und Sondergesandte der Korne verüben. Die Briten schlugen zwar wütend zurück,
aber Collins kaum zu fassende Attentäter, die rasch wieder im Passantenstrom abtauchten, zermürbten
den Durchhaltewillen der Besatzer.
Am 21. November 1920, den blutigen Sonntag, hatte die IRA zwölf britische Offiziere erschossen, die meisten
im Bett. Im Gegenzug erschoß die Polizei 13 Zivilisten.
Während der Unabhängigkeitskrieg noch im Gange war, wurde am 22. Dezember 1920 in London der
"Government of Ireland Act" erlassen. Dieser beschloß die Errichtung von zwei Parlamenten in
Irland eines in Belfast und das andere in Dublin. Das Parlament von Nordirland in Belfast, "der Stormont",
sollte sechs Grafschaften der Provinz Ulster, nämlich Antrim, Armagh, Derry, Down, Fermanagh und Tyrone
verwalten; das Parlament von Südirland zu Dublin im Gegensatz dazu die übrigen sechsundzwanzig
Grafschaften. Der "Government of Ireland Act" setzte allerdings voraus, daß sowohl der Norden als
auch der Süden im Parlament zu Westminster präsent wären und daß die Briten noch immer
die Verantwortung und Einfluß für eine Reihe von Gesetzen auf den verschiedensten Gebieten
hätten. Unter anderem für das Münzwesen, die gesetzlichen Zahlungsmittel und übertragbare
Wertpapiere.
Im Juli des Jahres 1921 wurden beide Seiten des Kämpfens müde und die britische Regierung schlug ein
Friedensabkommen vor, welches am 8. Juli unterzeichnet wurde. Der Waffenstillstand begann drei Tage später
und der Krieg für die Unabhängigkeit Irlands war vorüber.
Nach langgezogenen Diskussionen wurde schließlich eine Regelung erreicht, welche in einem am 6. Dezember
1921 in London unterzeichneten Vertrag niedergelegt wurde. Collins wurde ausgewählt, die Verhandlungen mit
der englischen Regierung zu führen. Allerdings schickte de Valera, der der oberste Revolutionär war, ihn
nur deshalb vor, da er ahnt, daß Irland niemals ein unabhängiger Staat werden konnte. So kam es dann
auch: Irland wurde zwar ein Freistaat mit Militärhoheit, mußte aber dem englischen König die Treue
schwören.
Dieser Vertrag gewährte den sechsundzwanzig Grafschaften von "Südirland" den Status
eines Dominion, welcher sich im Namen "Irischer Freistaat" - oder in der irischen Sprache
"Saorstát Eireann" - äußerte. Am 14. Dezember 1921 diskutierte das
"Dáil Eireann" den Vertrag und als es schließlich am 7. Januar 1922 zur Abstimmung
darüber kam, stimmten 64 Mitglieder dafür, 57 dagegen. Leider kam es zur Spaltung der
"Dáil Eireann", da ein Teil, darunter de Valera und Boland, nicht bereit ist waren, den
Treueschwur abzulegen.
Die Ereignisse und das Ergebnis dieser knappen Entscheidung führte nun zu einem Bürgerkrieg um die
Frage: Freiheit für die ganze Insel oder einstweilen nur für den Süden? Dieser Bürgerkrieg
erschütterte das ohnehin geplagte Land erneut. Er begann am 28. Juni 1922 und endete am 24. Mai 1923 mit
dem Sieg der Vertragsbefürworter.
Irlands erster Premierminister, Arthur Griffith, brach im August 1922 wegen Überarbeitung zusammen und
starb. Collins war in Irland mittlerweile ein Volksheld geworden; de Valera wurde zwar später Präsident
der Republik Irland, hat aber niemals seinen Stellenwert erlangt.
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